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Mit einer Oberfläche von 1,5-2 m2 ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers. Pro cm2 enthält die Haut ca. 6 Millionen Zellen.

Funktionen der Haut

Die primäre Funktion der Haut ist die physikalische und chemische Barriere zur Außenwelt, wodurch sie die erste Verteidigungslinie zur Abwehr gegen Mikroorganismen darstellt. Daneben erfüllt die Haut eine Vielzahl weiterer aktiver und passiver Aufgaben. Sie interagiert z. B. mit der Umwelt und schützt vor schädlichen Umwelteinflüssen, spielt eine Rolle in der Wärmeregulation und der Reizaufnahme bzw. -weiterleitung.

Wird die Haut z. B. durch Schnittwunden, Verbrennungswunden oder Schürfwunden verletzt, beginnt der Verschluss der Haut durch die Wundheilung.
Jede Wunde führt zu einer Narbe, die je nach Verletzungsart und Wundheilung mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann. Neben einer Rötung, Juckreiz und Schmerzen, kann die Narbe ästhetisch störend sein.

Mehr zum Thema Narben und Wundheilung lesen Sie im Bereich „Narben“. Über den Button gelangen Sie dorthin.

Aufbau der Haut

Die Haut besteht aus drei Schichten – Epidermis, Dermis und Subkutis. Jede dieser Schichten ist unterschiedlich aufgebaut und erfüllt daher ein andere Funktion. Über verschiedene Mechanismen sind sie fest miteinander verbunden.

Epidermis

Die Epidermis (Oberhaut) besteht aus einem mehrschichtigem Plattenepithel und enthält keine Gefäße. In der Oberhaut als Proliferationsgewebe befinden sich Stammzellen, welche für die Hauterneuerung zuständig sind.

Näher betrachtet, kann die Epidermis in vier Zonen unterteilt werden:

  • Hornschicht (Stratum corneum)
  • Körnerzellschicht (Stratum granulosum)
  • Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  • Basalzellschicht (Stratum basale)

Zellen der Epidermis

Die Grundstruktur der Epidermis setzt sich aus den Keratinozyten zusammen. Diese sind für die Regeneration der Haut und eine intakte Barrierefunktion zuständig. Je weiter die Keratinozyten in der Epidermis nach oben wandern, desto differenzierter sind sie.

Neben den Keratinozyten befinden sich außerdem Melanozyten, Merkel-Zellen und Langerhans-Zellen in der Epidermis.

Dermis

Die Bindegewebsschicht zwischen Epidermis und subkutanem Fettgewebe wird als Dermis bezeichnet. Die Dermis enthält im Gegensatz zur Epidermis Blut- und Lymphgefäße. Außerdem Nervenfasern, Sinnesrezeptoren, Haare und Drüsen.

Aufbau der Dermis

Die Dermis besteht aus 2 Schichten:

  • Stratum papillare
  • Stratum reticulare

Die Zellen der Dermis sind in einer gelartigen dermalen Matrix aus Fibroblasten und Makromolekülen eingebettet. Das bekannteste Makromolekül ist die Hyaluronsäure. Sie trägt, neben anderen Molekülen, durch die hohe Wasserbindung zum Zellinnendruck (Tugor), der Elastizität und Kontur der Dermis bei.

Zellen und Fasern der Dermis

Die Dermis besteht vorwiegend aus einem Fibroblasten-Netz, welches die Matrix und alle Fasern synthetisiert. Außerdem sind in dieser Hautschicht Gewebemakrophagen (Histiozyten), Lymphozyten und Mastzellen verortet. Vereinzelt findet man Melanozyten und Langerhans-Zellen.

Subkutis

Die Subkutis oder auch Unterhaut bzw. Subkutanes Fettgewebe genannt, liegt unterhalb der Dermis und stellt eine Polsterschicht der Haut dar. Sie besteht aus lockerem Bindegewebe und Fettzellen. Kollagenfasern verbinden die Subkutis mit den umliegenden Gewebsstrukturen.
Diese Hautschicht ist sehr reich an Nervenfasern und Blutgefäßen, die die Sauerstoffversorgung und Ernährung der Haut sichern.

Verletzungen der Haut

Verletzungen der Haut können unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie können entweder nur die Epidermis oder auch tiefere Hautschichten betreffen. Je nach Tiefe und Schweregrad kann die Wundheilung und damit der Verschluss der Hautverletzung schneller oder langsamer beziehungsweise besser oder weniger gut vonstattengehen.

Überschießende (hypertrophe) Narben, Keloide und eingesunkene (atrophe Narben) können infolge verschiedener Hautverletzungen auftreten, z. B. bei Schürfwunden, Verbrennungswunden oder nach Operationen wie Schilddrüsen-OP, Kaiserschnitt oder ästhetischen Behandlungen.

Noch mehr zum Thema Wundheilung und Narben bzw. Narbenarten finden Sie im Bereich „Narben“.

Quellen
1Duale Reihe Dermatologie. Moll I, Hrsg. 9., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2024. doi:10.1055/b000000638
2Kurzlehrbuch Dermatologie. Sterry W, Czaika V, Drecoll U, Hadshiew I, Kiecker F, Papakostas D, Philipp S, Stefaniak R, Stieler K et al., Hrsg. 3., unveränderte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022. doi:10.1055/b000000823
3Subcutis, DocCheck Flexikon, https://flexikon.doccheck.com/de/Subcutis, Letzter Zugriff: 16.05.2024